Die standesamtliche Trauung

Um in Deutschland rechtsverbindlich zu heiraten, ist ein Gang zum Standesamt unerlässlich.
Deswegen dreht sich in diesem Post alles rund um die standesamtliche Trauung. Ich gebe euch Informationen zum Verfahrensablauf, zu den benötigten Unterlagen sowie ein paar Tipps & Hinweise von mir zur Planung.

Standesamtliche Trauung - ChampagnerLaune Events

Foto Emma Bauso

Ein Hinweis gleich zu Beginn: Bitte kontaktiert euer zuständiges Standesamt, für euren individuellen Fall. Ich gebe hier nur Informationen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit und/oder Allgemeingültigkeit erheben.

Voraussetzung

Um standesamtlich getraut zu werden, muss man in Deutschland volljährig sein (ehefähig). Außerdem darf kein Eheverbot vorliegen. Dies wäre bei einer Blutsverwandtschaft (gerader Linie), einem Adoptivverhältnis oder einer Doppelehe (einer der Partner ist immer noch verheiratet) gegeben.

Zuständigkeit

Generell ist immer das aktuelle Standesamt, des derzeitigen Wohnortes zuständig. Sollten ihr jedoch noch in unterschiedlichen Orten gemeldet sein reicht es, die Ehe bei einem Standesamt anzumelden. Auch wenn ihr plant in einem anderen Standesamt / Ort zu heiraten, erfolgt die Anmeldung immer im Heimatstandesamt.
Bei einer geplanten Eheschließung im Ausland (auch EU bzw. Schweiz), gilt es einiges mehr zu beachten. Bitte kontaktiert dazu euer Heimatstandesamt und/oder das entsprechende Konsulat für mehr Informationen.

„Um den vollen Wert des Glücks zu erfahren, brauchen wir jemanden um es mit ihm zu teilen“

Mark Twain

Standesamtliche Trauung - ChampagnerLaune Events

Foto Trung Nguyen

Anmeldung zur Eheschließung

Die Anmeldung zur Eheschließung nannte man früher das „Aufgebot bestellen“. Dies kann erst taggenau 6 Monate vor dem gewünschten Termin gemacht werden.
z.B. ihr möchtet am 26.07. heiraten, dann könnt ihr die Ehe frühestens am 26.01. anmelden
Was nicht heißt, dass ihr euren Termin nicht „reservieren“ könnt. Viele Standesämter machen das teilweise 1 Jahr im voraus – aber nicht alle. Wirklich fest anmelden und es „fix machen“ geht erst 6 Monate im Voraus.

Unterlagen

Für die Anmeldung benötigt ihr bestimmte Unterlagen. Ich gehe hier nur auf die gängigsten Szenarien ein. Bitte kontaktiert bei Unklarheiten auf jeden Fall euer zuständiges Standesamt. Gerade wenn einer der Eheschließenden ausländischer Staatsbürger ist, müssen weitere Unterlagen ggf. mit Übersetzung vorgelegt werden. Alle Dokumente sind im Original vorzulegen – Fotokopien werden nicht akzeptiert.

Von Eheschließenden vorzulegen, die beide noch nicht verheiratet waren, volljährig und Deutsche sind:

  • einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister (nicht älter als 6 Monate), erhältlich beim Standesamt, das für den Geburtsort zuständig ist
  • eine erweiterte Meldebescheinigung, ausgestellt zum Zwecke der Eheschließung mit Angabe des Familienstandes, der Staatsangehörigkeit und der Wohnung, erhältlich beim Einwohnermeldeamt des Hauptwohnsitzes
  • eine Geburtsurkunde oder einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister gemeinsamer Kinder (nicht älter als 6 Monate), erhältlich beim Standesamt, das für den Geburtsort des Kindes zuständig ist
  • ein gültiger Reisepass oder Personalausweis

Von Eheschließenden vorzulegen, die bereits verheiratet waren oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gelebt haben:

Zusätzlich zu den o.g. Unterlagen muss ein urkundlicher Nachweis über die Auflösung der letzten Ehe oder Lebenspartnerschaft (z. B. Scheidung, gerichtlichen Aufhebungsbeschluss oder Sterbeurkunde) vorliegen. In der Regel kann der Nachweis durch eine neu ausgestellte Ehe- oder Lebenspartnerschaftsurkunde oder einen beglaubigten Ausdruck aus dem Ehe- oder Lebenspartnerschaftsregister dieser Ehe oder Lebenspartnerschaft erbracht werden

(Quelle: www.freistaat.bayern)

Standesamtliche Trauung - ChampagnerLaune Events

Foto: Kampus Production

Verfahrensablauf

Viele Standesämter bestehen auf eine persönliche Anmeldung der Ehe, einfach weil man gleich aufkommende Fragen sofort klären und ggf. den Ablauf besprechen kann. Des weiteren gehen einige Standesämter neue Wege und kleiden den Rechtsakt in eine kleine Zeremonie mit individueller Trauansprache, welche dementsprechend vorbereitet werden muss. Das natürlich nur auf Wunsch des Hochzeitspaares.
Bei der Anmeldung prüft der Standesbeamte die Ehefähigkeit. Dazu sind die geforderten Unterlagen im Original vorzulegen.
Außerdem könnt ihr jetzt schon festlegen, welchen Namen ihr nach der Trauung führen wollt. Dazu gibt es drei Möglichkeiten:
  • gemeinsamer Familienname / Ehename (z.B. Herr & Frau Schmitt)
  • Doppelnamen für einen Partner (z.B. Herr Schmitt-Müller & Frau Müller)
  • getrennte Namensführung (z.B. Herr Schmitt & Frau Müller)
Wichtig ist ebenfalls zu fragen, wie lange so eine Trauung dauert bzw. in welchem Takt sie stattfinden. Denn nicht selten wartet bereits das nächste Hochzeitspaar auf seine Trauung, während ihr noch drin seid – besonders an einem Samstag im Sommer. Dies ist auch der Grund weshalb die meisten Standesämter eine individuelle Dekoration des Trauortes nicht erlauben. Es bringt den Zeitplan durcheinander.

Kosten

Die Gebühren für eine standesamtliche Trauung können seit dem 01.01.2009 von jedem Bundesland selbst festgelegt werden. Aber sie werden sich ungefähr in diesem Rahmen bewegen:
  • Kosten zur Anmeldung, wenn beide dt. Staatsbürger sind: 60 – 70 €
  • Kosten der Anmeldung, wenn ein Partner ausl. Staatsbürger ist: 80 – 100 €
  • Heiratsurkunde: 10 €
  • Stammbuch, wenn gewünscht & je nach Ausfertigung: ca. 20 – 100 €
  • Trauung in einem anderen Standesamt: ca. 20 – 50 €
Dies sind nur die „Standardkosten“. Wenn ihr eine Trauung außerhalb der Öffnungszeiten wünscht (einige Standesämter bieten auch Trauungen an Sonn- sowie Feiertagen inkl. Weihnachten & Silvester an) erhöhen sich die Kosten natürlich. Auch bei sog. Ambiente-Orten, kann eine gesonderte Gebühr fällig werden. Diese Plätze wurden vorher vom Standesamt und der Gemeinde/Stadt als Trauort bestimmt z.B. ein Raum einer Burg, ein überdachter Pavillon im Stadtgarten oder auch ein Schiff.
Man kann also den Standesbeamten nicht irgendwohin kommen lassen, um sich trauen zu lassen, nur weil es einem dort gefällt.

Die Trauung

Für die Trauung selbst kommt es auf eure Wünsche und euren Standesbeamten:in an. Da viele Paare nur noch standesamtlich heiraten, sind die Beamten es „gewohnt“ wenn das Hochzeitspaar es etwas individueller haben möchten. Die meisten haben nichts dagegen, wenn es eine musikalische Untermalung gibt oder wenn ein Gedicht vorgelesen werden soll. Besprecht eure Vorstellungen ganz klar bei der Anmeldung, damit es am Tag selbst keine Überraschungen gibt.
Bedenkt aber bitte, das Standesamt hat das Hoheitsrecht in seinen Räumlichkeiten und hat dementsprechend das letzte Wort, was geht und was nicht.
So läuft eine standesamtliche Trauung als Minimum ab:
  • Aufnahme der Personalien
  • Traurede
  • Frage, ob ihr einander heiraten möchtet
  • Lesung des Protokolls zur Trauung
  • Unterschreiben der Heiratsurkunde
Ein Ringwechsel ist übrigens nicht erforderlich. Ebenso wenig müssen Trauzeugen benannt werden. Wenn ihr aber Trauzeugen habt, müssen diese mind. 18 Jahre alt sein und sich für die Trauung mit einem Lichtbildausweis legitimieren können.

Foto: Luis Quintero

Meine Tipps

  • Wenn ihr nur standesamtlich heiratet, sucht euch ein Standesamt aus, dass euch an einem Ort traut, der euch gefällt. Ihr glaubt gar nicht, wie hässlich solche Ratszimmer sein können, mit dem Muff der letzten Gemeindesitzung darin. Spart nicht am falschen Ende, denn der Augenblick des „Ja-Sagens“ kommt nur einmal!
  • Sichert euch den letzten Termin an eurem Wunschdatum. Dann warten nicht schon die Nächsten vor der Tür oder es rennen Leute durch eure Bilder, weil sie noch schnell ins Zimmer zur anderen Trauung huschen möchten.
  • Wenn ihr euch Musik wünscht, müsst ihr diese meist selbst organisieren. Bei Musik vom Band denkt an ein geeignetes Abspielgerät. Wünscht ihr euch Livemusik, fragt bitte den Standesbeamten, ob dies erlaubt ist.
  • Klärt bei der Anmeldung auch ab, was nach der Trauung gemacht werden darf. Reiswerfen ist ja schon lange verboten. Aber viele Standesämter wollen auch nicht das Blüten, Konfetti oder ähnliches geworfen wird, welches mühsam wieder aufgekehrt werden muss.
  • Denkt auch daran zu fragen, ob es eventuell einen speziellen Parkplatz für das Brautauto gibt oder ein vergünstigtes Parkticket bzw. Freiparken.
  • Wenn ihr direkt im Anschluss einen kleinen Empfang machen wollt, sprecht das mit dem Standesbeamten ab und fragt, wo das möglich sein könnte. Einige Gemeinden sponsern den Sektempfang auch oder stellen Gläser & Tische umsonst bereit.
Ich wünsche euch eine wunderschöne Trauung!
Liebe Grüße,